REBRIDGE
42-Monats-Projekt
Start: 01/10/2025
Ende: 31/03/2029
REBRIDGE
Reliability of Reused Bridge Structures and the Impact on the Design for a Green and Circular Eternity
In einer Welt mit endlichen Ressourcen und begrenzter natürlicher Regenerationsfähigkeit ist die Erhaltung und intelligente Wiederverwendung bestehender baulicher Strukturen nicht mehr länger eine Option, sondern eine Notwendigkeit. Noch immer führen der Wunsch nach wirtschaftlichem Wachstum und ein gleichzeitig steigender Infrastrukturbedarf zu zunehmenden Emissionen sowie hohem Energie- und Ressourcenverbrauch. Der Bau- und insbesondere der Stahl- und Verbundbrückenbau spielt hierbei eine zentrale Rolle. Ein bedeutender Beitrag der Bauindustrie zu mehr Nachhaltigkeit und der Eindämmung des Klimawandels bei gleichzeitiger Erfüllung des gesellschaftlichen Baubedarfs kann nur durch die Verwirklichung einer Kreislaufwirtschaft und die damit verbundene strikte Umsetzung von Wiederverwendung und Recycling erreicht werden. Obwohl das Recycling von Baumaterialien den CO2-Fußabdruck eines Bauwerks bereits deutlich verringern kann, erfordert es dennoch zusätzliche Energie, und zumindest geringfügige Emissionen müssen in Kauf genommen werden. Daher reicht Recycling allein nicht aus, um langfristig klimaneutral zu werden; die strukturelle Wiederverwendung ist dafür unerlässlich, d. h. Bauteile von Tragwerken müssen in ihrer Gesamtheit wiederverwendet werden. Die strukturelle Wiederverwendung ist jedoch nach wie vor ambitioniert und derzeit auf Bauwerke ohne Ermüdungsbelastung beschränkt. Das Forschungsprojekt REBRIDGE verfolgt das Ziel, zukünftig Bauteile bestehender Stahl- und Stahlverbundbrücken in neuen Brücken- und Hochbaukonstruktionen systematisch wiederverwenden zu können. Hierfür entwickelt das Projekt das Konzept einer „zirkulären Unendlichkeit“, in der Bauteile bestehender Brückenkonstruktionen nach dem Ende der Nutzungsdauer nicht zerkleinert und entsorgt, sondern hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und ihres Wiederverwendungspotentials bewertet und in neue Nutzungskreisläufe überführt werden. Ein zentraler Aspekt dabei ist die Entscheidung, ob Bauteile (a) in neuen Brückentragwerken mit Ermüdungsbeanspruchung oder(b) Hochbauten ohne Ermüdungsbeanspruchung wiederverwendet werden können oder, ob(c) ausschließlich Recycling möglich ist.
REBRIDGE entwickelt innovative zerstörungsfreie Prüfmethoden für die Zustandsbewertung von Brückenbauteilen, führt erstmalig experimentelle Untersuchungen auf Material-, Kerbdetail- und Bauteilebene an realen wiederverwendeten Brückenbauteilen durch und entwickelt zuverlässigkeitsbasierte Bewertungsverfahren. Dabei werden Unsicherheiten aus der Lasthistorie, Vorschädigungen, Rückbauprozesse sowie Reparatur- und Verstärkungsmaßnahmen systematisch berücksichtigt. Ziel ist die Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen für die Entwicklung neuer Konzepte und Bemessungsregeln wiederverwendeter Brückenbauteile und deren Implementierung in die 3. Generation der Eurocodes.
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Sara Uszball
Dr.-Ing.
Anna-Lena Bours
M.Sc.